Termine

Nina Maria Küchler - „Sans Soleil“

06.06. – 28.05.2026 Vernissage: Freitag, 5.6.2026, 19h /

Die Zeichnungen und Malereien der Ausstellung (im Juni 2026, über den Zeitpunkt der Sommersonnenwende) folgen den Strukturen historischer Diagramme — Zeichnungen, die dazu dienten, die Bewegung der Sonne zu vermessen, Tag- und Nachtgleichen zu bestimmen oder die Ordnung des Himmels sichtbar zu machen.

Ausgehend von dieser historischen Bildsprache berührt „Sans Soleil“ zugleich eine grundlegende Frage nach dem Verhältnis von System und künstlerischer Freiheit. Der Mathematiker und Diagrammtheoretiker Max Brill verstand das Diagramm als eine Form der eindeutigen Ordnung: ein visuelles Werkzeug, das Regeln folgt, Informationen strukturiert und auf Wiederholbarkeit angelegt ist. Gerade deshalb, so die These, könne ein Diagramm keine Kunst sein — denn Kunst entziehe sich dem festen Schema, während das Diagramm an eine funktionale Logik gebunden bleibt. Die Arbeiten in „Sans Soleil“ setzen genau an dieser Grenze an. Sie übernehmen die Strenge geometrischer Konstruktionen, ohne sich ihrer Eindeutigkeit zu unterwerfen. Das Regelhafte bleibt sichtbar, doch innerhalb dieser Ordnung entstehen Verschiebungen, Verdichtungen und Tiefe. So wird das Diagramm hier nicht aufgehoben, sondern transformiert: von einem Instrument des Erklärens zu einem Feld der Imagination.

Ausstellungsdauer: 6.6.2026 —28.6.2026

Vernissage: Freitag, 5.6.2026, 19h

Finissage: Sonntag, 28.6., 17h

Nina Maria Küchler versteht abstrakte Formen als Container, die Inhalte aufnehmen, freigeben oder bewusst offen lassen, um neue Deutungen zu ermöglichen. Jede Form ist mehr als ihre Kontur: Sie kann Erinnerungen tragen, politische Bedeutungen speichern, Wahrnehmungen lenken oder Assoziationen freisetzen, die über ihr materielles Erscheinungsbild hinausgehen. Über die Jahre hat die Künstlerin ein „Archiv der abstrakten Formen“ entwickelt, das als Grundlage ihrer Arbeiten dient.

Arbeitsschwerpunkte: Zeichnung, Malerei, Installation, Film.